Meine kleine Farm

Mein Garten

Heute vor genau 17 Jahren starb meine Oma an Krebs.

Als ich klein war, ging sie immer mit mir durch ihren Garten, ließ mich saure Rhabarberstangen in süßen Zucker tunken – in den 80er Jahren war das noch nicht ganz so verpöhnt 🙂 – Erdbeeren und Kirschen vom Strauch bzw. Baum essen und Möhren aus der sonnenerwärmten, duftenden Erde ziehen.

Im Herbst ging sie immer mit mir Pilze sammeln. Nur einmal nicht. Da war ich 4 Jahre alt und verstand für einen kurzen Moment die Welt nicht mehr, als meine Mutter mich aus dem Sandkasten jagte und die Milch wegkippte. Tschernobyl.

1 Jahr später gingen wir wieder Hallimasch und Butterpilze, manchmal auch Steinpilze sammeln.

Wir fütterten riesige Hasen mit Löwenzahn, denen ich Abends noch ein Schlaflied vorsang. Meinem Vater werde ich nie verzeihen, dass er meinem Lieblingshasen Cäsar den Kopf abhackte. Gegessen habe ich ihn trotzdem.

Oma ging auch immer mit einer Schere durch ihr Reich. Damit schnitt sie Schnecken durch. Eine Trümmerfrau, die man selten aus der Ruhe bringen konnte. Nur der Krebs war leider am Ende doch stärker.

17 Jahre sind vergangen. Ich denke immer noch gern an meine Kindheit zurück und vermisse meine Großeltern und meinen Vater, dessen Todestag sich auch diesen Monat zum 10 mal jährte. Mein Vater wurde etwa in dem Alter, in dem ich jetzt bin, auch zum Hobbygärtner.

Es scheint eine familiäre “Belastung” zu sein oder es wurde mir einfach anerzogen, denn nun bin ich diejenige, die in der Erde wühlt, Hühnermist verteilt, Brennesseljauche ansetzt und Unkraut zupft. Ich studiere stundenlang Pflanzpläne, schaue mir Bücher über Mischkulturen und Bauerngärten an, ziehe meine Pflanzen vor (das Wohnzimmer glich eine Zeit lang einem Indoor Gewächshaus) und laufe jeden Tag Patrouille durch mein grünes Reich.

Interessanterweise ist doch mehr hängen geblieben, als ich vermutet hatte. Fast automatisch weiß ich zumindest grob, was ich zu tun habe. Das man Tomaten nicht im Abstand von 10 cm zueinander pflanzt, vor den Eisheiligen peinlichst genau aufs Wetter achten sollte, Radieschen und andere Sachen ausgedünnt werden müssen, weil sie grundsätzlich in Massen aus den Tütchen fallen und und und.

Als Kind habe ich das wohl alles nicht so wahr genommen. Vielleicht hat Oma doch auch Gehirnwäsche betrieben oder ist als Geist in mich gefahren? 🙂 Wer weiß.

Mir macht es jedenfalls Spaß. Es ist ein Ausgleich zum Bürojob und gerade jetzt während der Pandemie ein kleines Stück Paradies und Unabhängigkeit.

Ich nehme euch mit auf eine virtuelle Reise duch meinen Garten:

Mein Gewächshaus

https://www.otto.de/p/palram-gewaechshaus-hybrid-groesse-3-b-t-h-185-247-208-cm-gruen-563150034/#variationId=563152144

Mein Gewächshaus ist mein persönliches Highlight im Garten. Ich wollte immer schon ein grünes Gewächshaus haben, wie ich es oft auf Bildern aus GB gesehen habe. Bei Pinterest stieß ich dann auf die Idee mit der Untermauerung. Diese ist zum einen schlichtweg hübsch und hält zum anderen auch an kalten Tagen den Boden wärmer.

Momentan befinden sich im Inneren schon Tomaten, Paprika, Chili und Auberginen, sowie noch weitere Pflanzen, die erst nach den Eisheiligen Mitte Mai so richtig nach Draußen umziehen dürfen.

Links seht ihr Weißdorn und Flieder

Zu Dekozwecken habe ich mir sogenannte Dracheneier gebastelt. Dafür wird ein Luftballon zur Hälfte mit Dekobeton eingerieben. Sobald die Schicht getrocknet ist, wird der Ballon zerplatzt und das Innere mit Farbe lackiert. Ich habe mich für Kupferfarbe entschieden.

Eine genaue Bastelanleitung findet ihr hier: https://www.facebook.com/watch/?v=2550406364975636

Das Schild Lieblingsplatz habe ich bei Amazon gekauft.

Heute morgen habe ich entdeckt, dass eine Paprikapflanze bereits trägt:

Mein Bauerngarten

Mein Bauerngarten ist eine etwa quadratische Fläche, die ich mit Staketenzäunen umzäunt habe. Die kleinen Blumentöpfe auf dem Zaun sind gefüllt mit Stroh und dienen als Wohnstätte für Ohrenkneifer und Co. Ja, die Tiere sind auch nicht meine Lieblingskrabbler, aber sie sind nützlich.

Der Rosenbogen ist erst vor einigen Tagen eingezogen. Heute habe ich zwischen diversen Wolkenbrüchen eine Kletterrose an die rechte Seite gepflanzt.

4 kleinere Beete gibt es, die durch Wege und kleinere Zaunelemente gegliedert sind. In der Mitte steht ein Zierapfel, der im Winter knallrote Äpfelchen hat, die – sollte es vielleicht doch nochmal Schnee geben – richtig schön leuchten und zu Dekorationszwecken verwendet werden können. Sie sind wohl auch essbar, haben aber einen relativ hohen Pektingehalt, weshalb ich sie mit normalen Äpfeln mischen würde.

Es gibt natürlich ein Erdbeerbeet.

Die Pflanzen habe ich größtenteils geschenkt bekommen. Es müsste sich fast ausschließlich um die bekannte sorte Senga Sengana handeln.

Den Blüten nach zu urteilen, bekommen wir bald die ersten Erdbeeren. Das kleine Mädchen hier im Haushalt geht schon jeden Tag gucken, wie der Stand der Dinge ist.

Zwischen den Erdbeeren wächst Knoblauch. Dieser hält diverse Pilzkrankheiten von den Erdbeeren fern.

Die anderen Beete beherbergen aktuell ein wahres Salatbuffet im Wachstum.

Kleines Beispiel, hier wachsen: Feldsalat, Radieschen, Möhren, Salat, Spinat, Rauke, Eiszapfen, Kapuzinererbsen, Möhren, Zwiebeln, Ringelblumen und Mangold.

Die anderen Beete sind ähnlich bewachsen. Mein persönliches Highlight sind jedoch die Linsen und der Bokshornklee aus meinem Saatgutadventskalender, sowie der Haferwurz, den ich von einer Freundin geschenkt bekommen habe.

Nach und nach werden die Pflanzen reif und gegessen. An ihre Stelle rücken dann weitere Pflanzen für den Sommer wie Gurken, noch ein paar Tomaten, spanische Artischocke, Kürbisse, Zucchini und vieles mehr.

Hochbeete

Da mir der Platz in Bauerngarten und Gewächshaus nicht mehr aussreiche, habe ich mir vor einigen Wochen Palettenrahmen bestellt. Diese werden lediglich aufeinander gestapelt und fertig ist ein Hochbeet.

Natürlich kam ein engmaschiges Gitter auf den Boden, um ungebetene Nager abzuhalten. Die Innenwände wurden mit Folie ausgekleidet und auf das Gitter kamen zur besseren Drainage ein paar Steine einer alten Mauer.

Anschließend folgte jede Menge kompost, Hühnermist und zum Schluss eine Schicht Erde.

Aktuell wachsen dort: Gestreifte rote Beete, schwarzer Rettich, Etagenzwiebeln, Haferwurz, Kohlrüben und eine Gurke. Auch hier werde ich nach und nach Folgepflanzen einsetzen.

Hausbaum

Jeder Garten sollte einen Hausbaum haben. Nachdem vor etlichen Jahren bereits ein alter Kirschbaum gefällt werden musste, bekamen wir als Ersatz und vor allem als Schattenspender einen Walnussbaum.

Ich liebe Walnüsse und kann sie trotz meiner Kreuzallergie wunderbar essen.

Bei meinem Baum handelt es sich allerdings um eine Züchtung namens Walnuss Parisienne. Diese Sorte trägt wesentlich früher als normale Walnussbäume und die Nüsse sind doppelt so groß.

Ein Walnussbaum bekommt erst ca. Anfang bis Mitte Mai Blätter. Das ist normal, er hat quasi einen eingebauten Frostschutz und wartet klugerweise auch die Eisheiligen ab.

Der Duft der Walnussblätter vertreibt übrigens Wespen. Die Blätter enthalten jedoch auch reichlich Gerbstoffe. Zerreibt man sie zwischen den Fingern, färbt sich die Haut gelb. Walnussblätter werden auch oft zum natürlichen Färben von Stoffen und Garnen verwendet.

Unter einem Walnussbaum sollte man übrigens kein Beet anlegen, denn die herabfallenden Blätter würden die anderen Pflanzen abtöten.

Apfelbaum

Ein Apfelbaum ist auch so ein “must have”, wie ich finde.

Bei meinem Apfelbaum handelt es sich um eine Goldparmäne, eine recht alte Sorte, die wohl ursprünglich aus Frankreich kam.

Tatsächlich musste ich schmerzlich feststellen, dass diese alten Sorten nur alle zwei Jahre tragen, sofern man sie im tragenden Jahr nicht ausgeizt. Was habe ich mich vor zwei Jahren gewundert, als dieses kleine Bäumchen unter der Last fast zusammenbrach. Und ebenso gewundert habe ich mich, als er letztes Jahr gar nichts trug.

Fazit: Dieses Jahr geize ich aus!

Einen Birnbaum der Sorte Alexander Lucas gibt es übrigens auch. Der Gute steht aktuell noch mitten im Hühnergehege, was aktuell umgebaut wird und noch nicht “fotografierbar” ist.

Rhabarber

Ganz klar. Ich brauche Rhabarber. Allein aufgrund der Erinnerung.

Letztes Jahr habe ich die Sorte Vierländer Blut gepflanzt. Hierbei handelt es sich um eine tiefrote, süße Sorte. In meinem Alter muss man ja langsam doch vorsichtig sein mit dem Zucker :-).

Zu Beginn des Frühjahrs dachte ich erst, er hätte den Winter nicht überlebt. Bis vorgestern. Beim Unkraut rupfen viel mir plötzlich ein kleiner roter Stängel mit grünem Blatt auf:

Tadaa! Er hat doch überlebt. Leider werde ich dieses Jahr nichts mehr davon ernten können, aber nächstes Jahr bestimmt!

Weintrauben

An den Pfosten unserer Terassenüberdachung ranken seit einem Jahr Weintrauben hoch.

Zu meiner Freude habe ich gestern die ersten Ansätze entdeckt, die zu Trauben werden könnten.

Leider habe ich vergessen, welche Sorten ich gepflanzt habe. Bin mir aber fast sicher, dass es soweohl helle als auch rote Trauben waren und die Namen für bekannte Weine stehen.

Ein bischen Deko

Natürlich gibt es auch ein wenig Deko und Nippes in meinem Garten.

In dem Blumenkübel wachsen Stiefmütterchen, Trollblume und die üblichen Verdächtigen: Lampionblumen.

Das Bild in der mitte zeigt meinen Minzkübel. Minze vermehrt sich immer so schnell, daher habe ich sie lieber in dem Kübel unter Kontrolle. Natürlich auch hier zu sehen: Lampionblumen.

Meinen Pflanztisch habe ich zum Geburtstag bekommen. Ich find ihn fast zu schön zum Benutzen und trau mich gar nicht, ihn zu benutzen.

Das Schild habe ich von meiner Kollegin samt einer Saatgutüte für Moltebeeren bekommen, die gerade zum Stratifizieren im Kühlschrank lagern.

Last but not least

Was mich jeden Tag glücklich macht…

Das war ein kleiner Einblick in meinen/unseren Garten. Es gäbt noch soviel mehr zu zeigen und zu berichten. Vielleicht mach ich das nach und nach und je nach Saison.

Ich wünsche euch einen schönen Abend bzw. eine gute Nacht!

Liebe Grüße,

Andrea

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