Aus der Hexenküche

Bialys

Synchronbacken – Das Original

Am vergangenen Wochenende (18-19.04) fand das von Zorra aka Kochtopf und From Snuggs Kitchen organisierte Synchronbacken backen statt.

Beim Synchronbacken wird ein ausgewähltes Rezept zum gleichen Zeitpunkt von vielen verschiedenen Teilnehmern nachgebacken. Die Ergebnisse könnt ihr auf Instragram sehen und bestaunen und findet dort auch oft einen Link zu dem jeweiligen Blog der Bäcker und deren Interpretation bzw. Rezept des Gebäcks.

Gebäck aus Polen

Dieses mal standen Bialys auf dem Programm. Eigentlich schreibt man sie im Original so: Białys. Das ł ist ein polnischer Buchstabe, denn das Rezept stammt ursprünglich aus Polen, genauer gesagt aus der Stadt Białystok.

Białystok liegt in der Woiwodschaft Podlachen, dass ist gaaaanz furchtbar tief im Osten. Mein Mann kommt aus Ermland Masuren, was westlich davon gelegen ist. Masuren dürfte den meisten vermutlich eher etwas sagen.

Immigriert in die USA

Anfang des vergangenen Jahrhunderts brachten jüdische Immigranten aus dieser Region das Rezept für die Bagel ähnlichen Bialys mit in die USA, hauptsächlich nach New York, wo es seinerzeit dutzenede Bäckereien gab, die diese verkauften.

Heute gibt es nur noch eine Handvoll dieser Bäckereien, laut dem World Wide Web wird Manhattan’s Lower East Side auch “Bialy Central” genannt.

Fast wie ein Bagel – aber nur fast!

Bialys erinnern auf den ersten Blick an Bagel. Ein rundes, weiches Teilchen. Es gibt aber doch signifikante Unterschiede.

Ein Bagel hat ein Loch in der Mitte, ein Bialy hat dort lediglich eine Vertiefung oder Mulde. In dieser Vertiefung befindet sich eine Mischung aus angebratenen Zwiebel und oft auch Mohn. Ich hatte keinen Mohn zu Hause, daher habe ich Walnüsse verwendet.

Bagel werden in der Regel kurz gekocht, bevor sie in den Backofen wandern. Bialy werden direkt in gebacken und haben eine mattere Oberfläche.

Last but not least. Bagel sind weltweit bekannt. Polnische Bialy sind fast nur in New York populär. Durchs Synchronbacken sind sie nun auch in Deutschland angekommen.

Serviervorschläge

Bialy kann man pur genießen, am besten noch lauwarm. Echte kenner essen sie meist nicht später als fünf Stunden nach dem Backen.

Bestreichen kann man sie ganz einfach mit Butter oder Frischkäse, getoppt mit geräuchtertem Fisch, Speck, oder der leckeren polnischen Wurst, die es hier auch mittlerweile in vielen Geschäften oder Spezialitätenläden zu kaufen gibt.

Das Rezept

Das Original Rezept Classic Bialys von King Arthur Flour bzw. die deutsche Version von Zorra Kochtopf habe ich nur ein wenig angepasst.

Ich habe Mehl Typ 812 und 1 g Frischhefe genutzt und die empfohlene Salzmenge erst in den letzten 3 Minuten des Knetvorgangs zugegeben. Salz, so habe ich gelesen, kann die Wirkung der Hefe beeinflussen. Bei den meisten Brotrezepten, die ich in letzter Zeit ausprobiert habe, kam das Salz auch immer erst zum Schluss mit dazu. Also habe ich mich mal brav daran gehalten. Ob das alles so wirklich stimmt…kann ich leider nicht zu 100% bestätigen. Dafür bin ich eben nur Hobbybäckerin.

Nach dem Knetvorgang ist vor dem Kühlschrank.
Teig nach dem Knetvorgang

So sah mein Teig nach dem Knetvorgang aus. Schön weich und elastisch. In der leicht gefetteten Teigwanne durfte er die Nacht im Kühlschrank verbringen.

Am nächsten Morgen sah er dann so aus:

Teig am nächsten Tag

Fast hätte er mir den Deckel weggesprengt 🙂

8 Teigstücke

Anschließend wurden 8 Teigstücke abgestochen und zu Kugeln geformt, die dann auch nochmal ein klein wenig ruhen durften vor ihrem großen Auftritt.

In der Zwischenzeit habe ich die Füllung nach Rezept zubereitet. Jedoch habe ich statt des angegebenen Mohns ca. 2 EL Walnusshälften genutzt, die der Multizerkleinerer ganz fein gehackt hat. Statt des Olivenöls habe ich einen Teil Rapsöl und einen Teil Walnussöl genommen. Letzteres habe ich aber erst zum Schluss zugegeben, da ich mir nicht sicher war, ob Walnussöl stark erhitzt werden sollte.

Füllung

Während der Backofen vorheizte, wurden die für Bialys typischen Mulden in die Teiglinge gedrückt und mit der Zwiebel-Nuss-Mischung vorsichtig befüllt.

Teig mit Füllung

Offenbar hatte mein Teig einen starken Ofentrieb und/oder meine Mulden waren zu klein, denn nach dem Backen sahen die meisten Gebäckstücke ein wenig nach Vulkan aus 🙂

Fertig gebacken
Hmmm….lecker

Dem Geschmack tat das aber keinen Abbruch, sie haben wirklich lecker geschmeckt. Natürlich durfte auch der Landsmann des Hauses probieren – der witzigerweise noch nie zuvor davon gehört hatte.

Das Rezept fand ich wirklich sehr toll und bestimmt werde ich die Teilchen nochmal nachbacken. Gern hätte ich noch mehr Füllung gehabt. Eine weitere Teilnehmerin hat bereits den Teig mit angebrateten Zwiebeln vermischt. Diese Idee finde ich wirklich Klasse und könnte mir vorstellen, dass Rezept so zu verändern. Auch mit dem Topping hat man sicherlich noch einiges an Möglichkeiten.

Ein großes Dankeschön geht meinerseits nochmal an die Organisatoren des Synchronbackens für die Auswahl des Rezepts. Ein kleines Highlight in einer nicht so leichten Zeit.

In diesem Sinne: Stay Home and Bake! Bleibt alle gesund!

Liebe Grüße

Andrea

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